Der Zug fährt auf jeden Fall schnell genug ...

... die eigentliche Frage ist aber, ob er in die richtige Richtung fährt. Es ist schon komisch, wenn irgendwelche Dinge in dieser seltsamen Welt passieren und ein Fremder, in diesem Fall Steffen Böttcher (Der Mann, der den ausgeprägtesten Neid in mir hervorruft; Wie kann man nur so sagenhaft fotografieren und gleichzeitig schreiben können?!), in seinem Blog die eigenen Gedanken postet.

 

In "Zeitvertreib ist das Gegenteil von Zeit genießen" diskutiert er die Frage, was man eigentlich so alles mit seiner Zeit anstellt; ob man sie "vertreibt" oder nicht. An "I'm not living - I'm just killing time" aus Radioheads "True love waits" musste ich dabei sofort denken. Zeilen, die David Bowie, Helmut Schmidt, Lenny Kilmister, Peter Lustig oder Roger Willemsen mit Sicherheit nicht durch den Kopf gegangen sind. Eine Woche später bringt Steffen dann in seinem "Versuch eines Wochenrückblicks" die Metapher des "dermaßen schnell fahrenden Zuges" - wie treffend, bei dem abartigen Pensum an Trassenkilometern, das ich aktuell abreiße.

 

Wochenende bei den Eltern, Spaziergang mit der Schwester - endlich den wichtigsten Menschen wieder dabei gehabt - Doktorfeier eines (ja, fürchterlich, aber man kann sagen, Jahrzehnte) alten Freundes in Braunschweig, ab zurück nach Nürnberg, das Wochenende drauf wieder in den hohen Norden (World Press Photo 2015 in Oldenburg im Schluss - daher weiß ich; diese Welt ist tatsächlich seltsam). 2 Tage in Nürnberg; dann ab nach Berlin; von da aus wieder fast an den Deich. Nächste Woche Besuch aus Istanbul in der Frankenmetropole (Ich freue mich, Thorsten!), dann Hoteltätigkeit für durchreisenden guten Freund (einer "fast" vom Deich). Und dann ... Urlaub: selber nach Istanbul - den wichtigsten Menschen mit dabei! Das war der Februar. Und die ganzen Sachen aus dem Büro an der Alma Mater (ein neues Paper fertig, ein zweites Paper fast, eine fertige Paper-Revision, Korrektur von durch überarbeitete Textsetzer verhunzter Druckfahnen, Meetings, Besprechungen, Antragsgeschreibe, ...). Jetzt ist also eigentlich März. Zwei Monate des Jahres sind demnach schon wieder rum! Klar, es ist die alte Leier, aber der aktuelle Zug wird wirklich immer schneller - und wenn man bald 33 wird, das heißt ca. ein Drittel seiner Zeit rum ist, dann darf man ja wohl mal gucken, ob das Ganze noch in die richtige Richtung rast, oder?

 

Ab und zu erkämpfe ich mir irgendwie diese Zeit um nach hinten und nach vorne zu gucken. Es ist aber schon abartig, wie sehr ich mich dazu zwingen muss. Nicht weil ich nicht will, sondern die Zeit ... ja, die Zeit. Ich denke, die Fahrt geht in die richtige Richtung. Das macht zufrieden. So, sorry wegen des Seelenstriptease. Ich hoffe, es geht euch gut! Genießt das Wochenende - im Bordbistro!

Nürnberger Gleise (Copyright Martin Schmidt, Fotograf für Schwarz-Weiß Fine-Art Architektur- und Landschaftsfotografie aus Nürnberg)
Nürnberger Gleise (Copyright Martin Schmidt, Fotograf für Schwarz-Weiß Fine-Art Architektur- und Landschaftsfotografie aus Nürnberg)

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Kommentare: 9
  • #1

    Ulf (Samstag, 27 Februar 2016 19:26)

    Ein klasse Foto - gefällt mir sehr sehr gut. Vor allem auch der Graffiti-Zugwagon ist genau richtig belichtet (kleines Detail) - wie der Rest natürlich auch.
    Viele Grüße, Ulf

  • #2

    Martin (Sonntag, 28 Februar 2016 12:33)

    Danke, Ulf! Du wirst ja hier zum Stammgast! Freut mich! Insbesondere, dass dir dieses Bild gefällt. Ich musste ziemlich früh dafür aufstehen ;-)

  • #3

    Ulf (Sonntag, 28 Februar 2016 21:33)

    Dafür gibt es RSS-Reader, damit man spannenden Webseiten folgen kann …m

  • #4

    Martin (Montag, 29 Februar 2016 10:41)

    Das stimmt. Nutze ich selber auch. Es freut mich; dass ich da bei dir drin bin :-)

  • #5

    René Quint (Samstag, 13 August 2016 13:39)

    Die Farben sind der Knaller, die Bearbeitung ist genau mein Ding. Mega Stimmung, toller Himmel, klasse Belichtung, top Bildaufteilung.
    Hab ich was vergessen? ;-)

  • #6

    Romano (Freitag, 26 August 2016 00:45)

    Sehr cooles Foto! Gratuliere. Könntest Du etwas ausführen, wieviel Nachbearbeitung in dieses Foto geflossen ist? Vielen Dank.

  • #7

    Martin (Sonntag, 28 August 2016 12:57)

    Hi Romano,

    freut mich, dass es dir gefällt. Zur Bildbearbeitung kann ich natürlich gerne etwas sagen. Das Ganze ist ausschließlich in Lightroom bearbeitet. Photoshop hat dieses Bild nicht gesehen. Gegebenenfalls habe ich es noch in Nie Dfine 2 entrauscht, aber das weiß ich gerade nicht mehr genau. In Lightroom sind hier eigentlich "nur" die klassischen Dinge geschehen:

    1. Bildschnitt zu 4:5-Format
    2. Höhen, Tiefen, Kontrast, Klarheit, ... korrigieren.
    3. Farben herausarbeiten. Meistens mache ich das über den HSL-Dialog und/oder über die Kamerakalibrierung; je nachdem, wie es gerade passt.

    Fertig ist die Tütensuppe ;-) Willst du irgendwas davon genauer wissen? Dann kann ich das gerne auch noch detaillierter ausführen.

  • #8

    Romano (Montag, 12 September 2016 23:19)

    Hallo Martin, vielen Dank für Deine Antwort. Das reicht mir fürs Erste. Da ich noch blutiger Post-Production-Anfänger bin, bin ich eher an grundsätzlichen Ausführungen interessiert, um zu lernen, wie andere bei der Nachbearbeitung vorgehen. Derzeit ziele ich darauf ab meine Fotos so zu gestalten, dass ich sie direkt OOC verwenden kann - eben in Ermangelung entsprechender Adobe-Fähigkeiten. Muss mir halt noch einen vernünftigen Workflow überlegen.
    Sehr interessant finde ich immer die Vorher-/Nachher-Gegenüberstellung, wie auch bei einem Deiner jüngsten Postings von der Nürnberger Frauenkirche. Vielen Dank dafür und gerne öfter ;-)

  • #9

    Martin (Dienstag, 13 September 2016 21:52)

    Hey Romano! Schön, dass du dich zurückmeldest. Du kannst immer wieder gerne einmal nachfragen, wenn du etwas genauer wissen willst oder du auch mal einzelne Schritte erklärt haben möchtest.

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