Indochina Memos 2015 - Hanoi

Letzte  Station: Hanoi! Ein wirklich würdiger Abschluss. Fast alles, was ich an Eindrücken in den vorherigen drei Wochen aufgeschnappt habe, wird noch einmal gestoppt. Die Altstadt ist derart übertrieben voll und hektisch wie keine andere vorher. Weder Bangkok, Phnom Penh oder Saigon können hier ansatzweise mithalten. Zusätzlich ist die Altstadt der interessante Teil aller bisher besuchten Städte: Jede Straße hat ein Handwerk, der sie vollkommen gewidmet ist. Eine Straße verkauft Schuhe, die nächste Bambus, eine andere Tapeten (Gibt es hier tatsächlich jemanden, der in einem Haus mit Tapeten wohnt?) - und das jeweilige Handwerk bestimmt die Straße vollkommen. Dazu gibt es zahlreiche Straßenküchen und Cafés. Alles ist voll. Überall tobt das Leben - und ich rede noch von Tageszeiten. Nachts verwandelt sich Hanoi in ein Party-Eldorado. Die Bia-Hoi-Läden haben ihr frisches Bier (0,25€) und die Bars platzen aus allen Nähten. Zumindest bis Mitternacht. Dann kommt es auf das Korruptionsgeschick des Barinhabers an, ob er die Polizeistreife geschmiert kriegt und die Party weitergeht.

 

Hanoi ist aber auch die Hauptstadt des Ho Chi Minh Kults. Das Mausoleum und das Museum (das schlechteste, in dem ich jemals war!) komplettieren hier nur das Straßenbild, dass sein Portrait überall zeigt. Auch in Sachen Propaganda wird Vietnam hier die Krone aufgesetzt: Das Hanoi Hilton, dem geschichtsträchtigsten Gefängnis Vietnams, ist in seiner Gegenüberstellung der französischen Besatzungszeit und der Zeit des Vietnamkriegs dermaßen konstruiert, dass man sich nicht vorstellen kann, dass irgendjemand diese Satire ernst nehmen kann.

 

Über Hanoi ließe sich so viel schreiben, aber es soll hier ja hauptsächlich um die Fotos gehen. Kurzum: Es ist jede Reise wert!

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