Wanderer

Es gibt Dinge, die will man als (fast) frisch gekrönter 30er einfach nicht hören. Zum Beispiel Sätze die sagen, dass ja klar ist, dass dir irgendwann Goethes Wanderers Nachtlied gefallen wird: "Irgendwann verstehst du die Verse - weil du die Stimmung verstehst - weil du die Lyrik zu schätzen weißt - weil es dich trifft - weil es dich versteht - und nicht du das Gedicht verstehen musst." 

 

Und dann wandert man durch den bayerischen Wald. Man ist der Erste an diesem Morgen, der seine Fußstapfen in die frische Schneedecke setzt. Man hört ... nichts. Gar nichts. Man hat ein Jahr hinter sich, das so viel zu bieten hatte - das so viel forderte. Mehr forderte, als man vorher dachte, dass man geben kann. Und ich will mich gar nicht erinnern, aber dann kommt einem doch dieser Text in den Sinn - diese Verse. Weil sie passen - weil sie richtig sind. Und ich merke: Diese Sätze von damals haben Recht! Mehr nicht. Es stimmte einfach.

 

Und in diesen Situationen bin ich froh, dass ich einen Fotoapparat dabei habe. Mein Ausdrucksinstrument.

 

Über allen Gipfeln

Ist Ruh,

In allen Wipfeln

Spürest du

Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.

 

Danke Johann! Dieses Foto ist für dich!

Wanderer (Copyright Martin Schmidt)
Wanderer (Copyright Martin Schmidt)

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